Kanufahren auf der Lahn
Kanufahren auf der Lahn
Die Lahn ist rund 245 Kilometer lang und einer der beliebtesten Paddelflüsse Deutschlands. Von der Quelle im Rothaargebirge fließt sie durch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz, vorbei an Auen, Wäldern und alten Städten, bis sie bei Lahnstein in den Rhein mündet. Für Kanufahrer ist sie deshalb so dankbar, weil sie ruhig ist. Kein Wildwasser, sondern ein gemächlicher Fluss, den auch Einsteiger gut bewältigen.

Kanufahren auf der Lahn
Befahrbar ist die Lahn ab Roth bei Marburg, von dort sind es rund 150 Kilometer bis zur Mündung. Mehrere Wehre regulieren den Fluss, sodass sich ruhige Passagen mit etwas bewegterem Wasser abwechseln. In Gießen sorgen drei Bootsgassen für Tempo, sie funktionieren wie kleine Wasserrutschen. An anderen Wehren gibt es handbetriebene Schleusen, die man selbst bedienen kann. Das ist Teil des Erlebnisses und für viele der Spaß an der Sache.
Der Abschnitt bei Balduinstein
Die Strecke zwischen Diez und Balduinstein zählt landschaftlich zu den schönsten der Lahn. Der Fluss windet sich hier durch ein enges, bewaldetes Tal, weit weg von Straßenlärm, mit Blick auf Schloss Schaumburg über dem Wasser. Wer nur eine kurze Tour machen will, ist mit diesem Abschnitt gut beraten. Bootsverleiher gibt es entlang der Lahn an mehreren Orten, viele bieten auch den Rücktransport an.
Der Schiffstunnel von Weilburg

Weilburger Schifffahrtstunnel auf der Lahn Bild: Joeby at de.wikipedia CC BY-SA 2.0 de
Ein Kuriosum wartet flussaufwärts in Weilburg: der älteste und längste noch befahrbare Schiffstunnel Deutschlands. Er wurde zwischen 1844 und 1847 gebaut und unterquert den Mühlberg, auf dem die Stadt liegt, auf 195 Metern. Mit dem Kanu durch den Berg zu paddeln ist ein Erlebnis, das man so kaum irgendwo sonst bekommt.
Natur und Regeln: das solltet ihr wissen
Die Lahn steht unter Schutz. Die hessischen Uferbereiche sind seit 1996 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, und zwischen Roth und Gießen liegt ein Vogelschutzgebiet, in dem unter anderem der Eisvogel brütet. Damit das so bleibt, gelten für Paddler ein paar feste Regeln:
- Nicht direkt am Ufer, über Sand- und Kiesbänken oder durch Schilf und Wasserpflanzen fahren.
- Ein- und Aussteigen nur an den ausgewiesenen Stellen und offiziellen Rastplätzen.
- Bei Hochwasser ist das Befahren gesperrt, konkret ab einem Pegel von 360 Zentimetern am Pegel Kalkofen.
- Einzelne Naturschutzgebiete haben Anlege- oder Fahrverbote, teils saisonal. Am Nieverner Wehr bei Bad Ems gilt zum Beispiel von 15. Oktober bis 31. Januar ein Fahrverbot.
Die tagesaktuellen Regeln und Pegelstände stehen beim Deutschen Kanu-Verband und bei dasLahntal.de. Ein kurzer Blick vor der Tour erspart Ärger und schützt die Natur, wegen der man ja überhaupt erst aufs Wasser geht.
Vom Kanu aus sieht man das Lahntal noch einmal von einer ganz anderen Seite. Für einen Tag auf dem Wasser ist Balduinstein ein guter Startpunkt.





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